Donnerstag, 15. Juni 2017

Sommerferien

Hey zusammen,

Nun habe ich schon eine Weile Sommerferien und somit einiges erlebt. Eine Woche nach unserem Pittsburgh Trip ging ich mit Kate, Pinja, und den Grosseltern zu Cedar Point. Das ist ein Freizeitpark in Ohio. Wir fuhren früh morgens los und kamen etwa fünf Stunden später dort an. Das Wetter war perfekt und wir verbrachten den ganzen Tag im Park. Es gab ein paar ziemlich verrückte Achterbahnen. Ich traute mich nicht auf alle. Millennium Force war wohl die "schlimmste" für mich. Die Bahn hatte eine Geschwindigkeit von 150 km/h und auf einer Höhe von 94 m gab es einen 45° Fall. Es gab natürlich auch ein paar weniger krasse Bahnen. Es war ein ziemlich toller Tag. Am Abend fuhren wir zu einem Hotel in der Nähe und machten uns am nächsten Morgen auf den Nachhauseweg.












Am Dienstag (zwei Tage später) ging ich zu Kate, da Pinja mit ihrer richtigen Familie in die Ferien ging. Wir haben cupcakes gemacht, sind zur Mall gefahren, und einfach ein bisschen Zeit zusammen verbracht. Als sie mich am nächsten Tag nach Hause brachten und ich in unser Haus spazierte, musste ich feststellen, dass ein paar Freunde von mir eine kleine Abschiedsfeier für mich organisiert haben. Es war ein wenig komisch, aber auch cool. Ich wusste nicht so was ich sagen sollte. 





Am Donnerstagabend ging ich mit ein paar Freunden in ein drive-in Kino. Das bedeutet wir konnten im Auto sitzen und draussen auf einer grossen Leinwand den Film anschauen. Es war ein ziemlich einzigartiges Erlebnis. Wir schauten uns "Baywatch" und "Wonder Woman" an.
Am Freitagabend ging ich mit denselben Freunden in einem nahegelegenen Statepark wandern. 






Am Wochenende hatte mein Gastvater nichts los und so entschieden wir spontan nach Kentucky zu fahren. Nach einer vierstündigen Fahrt erreichten mein Gastvater, meine Gastmutter, mein kleiner Gastbruder und ich das Ziel. Das richtige Abendteuer fand aber erst am nächsten Tag statt. Wir gingen zu Mammoth Cave, einem Nationalpark. Mammoth Cave ist die weitläufigste bekannte Höhle der Welt. Wir buchten zwei Touren und waren somit für ca. vier Stunden unter dem Boden unterwegs. 











Danach fuhren wir wieder nach Hause, wo Kate bereits auf mich wartete. Sie verbrachte die nächsten zwei Tage bei mir. Unter anderem schleppte ich sie zu einer Cross Country practice. Mein Couch von Track und ein paar Freunde sind in Cross Country, und so dachte ich mir, dass ich mal mit ihnen trainieren möchte. Die Hitze machte das Rennen ziemlich unerträglich. Ich denken nicht, dass ich eine ganze Cross Country Saison überleben würde.


Am darauffolgenden Tag (Dienstag) wurden Kate und ich abgeholt und gingen zu ihrem Haus. An diesem Abend kam Pinja und ihre Familie von den Ferien zurück. Wir konnten also ihre richtigen Eltern kennenlernen. Ich weiss nicht wie man das am besten beschreibt, aber es war sehr speziell.
Ich verbrachte die Nacht dort. Am Mittwoch fuhren meine Gastgrossmutter, Kate, Pinja, Pinja's Mutter, Pinja's Patentante, und ich nach Indianapolis. Unser Graduation Geschenk war ein "High Tea" im Cake & Bake Shop. Wenn man diese Bäckerei betritt ist man sofort wie in einer anderen Welt. Alles ist schön dekoriert und hergerichtet. Beim "High Tea" wurden uns zuerst Scones und Tee serviert, dann Sandwiches, und zum Schluss noch kleine Desserts. Es war sehr lecker. Auf alles wurde Glitzer gestreut, was ich ziemlich grossartig fand. 











Bis dann,
Michelle

Freitag, 9. Juni 2017

Gedanken

Hallöchen,

Mein Auslandsjahr neigt sich langsam dem Ende zu. Es sind nicht mal mehr 3 Wochen bis ich die USA verlasse und ins Flugzeug steige um in die Schweiz zurückzukehren. 
Besonders in den letzten zwei Monaten ging die Zeit unglaublich schnell vorbei. Ich hätte nie gedacht, dass in einem Jahr so viel passieren kann. Menschen die vor 10 Monaten noch völlig fremd waren sind jetzt Freunde oder Familie und ich habe das Gefühl sie schon ewig zu kennen. 
Es ist komisch darüber nachzudenken wieder in mein "normales" Leben zurückzukehren. Ich habe das Gefühl gar nicht mehr zu wissen wie mein Leben in der Schweiz war.
Viele sagen, dass ein Auslandsjahr bittersüss ist. Ich stimme da definitiv zu. Man macht viele Erfahrungen, lernt neue Leute und Lebensweisen kennen, und erlebt unglaublich viel. Der Haken an der Sache ist, dass man nach einem Jahr alles zurücklassen muss.
Auch wenn ich irgendwann in die USA zurückkomme wird es nicht so sein wie es jetzt ist. Meine Freunde werden im College sein, möglicherweise im ganzen Land verstreut. High School wird Geschichte sein. 

Ich dachte es wird Zeit mein Stimmungsbarometer von den letzten 10 Monaten mit euch zu teilen:

Ich konnte es kaum erwarten endlich ins Flugzeug zu steigen und mein Abenteuer zu beginnen. In den ersten zwei Wochen sank die Aufregung ein wenig. Alles war anders, ich kannte niemanden und musste mich erstmal an die neue Situation gewöhnen. Das Familienleben war ganz anders als ich es mir von zu Hause gewohnt war, alle sprachen Englisch, das Schulsystem war das komplette Gegenteil von der Schweiz, und die Landschaft ähnelte der meiner Heimat auch nicht wirklich. 
Als ich mich hier eingelebt habe blieb die Stimmung für eine Weile gleich. Ich hatte das Gefühl, dass alles gut läuft und ich den Kultur-Schock überwunden hatte. Ich hatte Spass neue Sachen zu entdecken. Ende November kam ein Nach-Kultur-Schock, wie ich es nennen würde. Ich kam mit all den Unterschieden nicht mehr so klar und richtige Freunde hatte ich auch noch nicht gefunden. 
Als die Basketball Saison so richtig anfing, war ich immer beschäftigt und es wurde besser. Ich liebe die Weihnachtszeit und hatte keine Probleme mit Heimweh, so wie viele andere Austauschschüler. 
Die zweite Down-Phase erlebte ich nach Basketball. Ich hatte keine Beschäftigung mehr und alles was anders als in der Schweiz ablief, hat mich aufgeregt. Ich war eigentlich bereit nach Hause zu gehen. Hawaii kam genau richtig. Nach einer kleinen Auszeit und dem Start der Track Saison ging es wieder bergauf.
Ich habe nochmal ganz viele neue Leute kennengelernt und hatte Spass an Track. 
Die zweite Hälfte meines Auslandsjahres war definitiv besser. 
Nachdem die Schule fertig war senkt sich die Stimmungskurve nochmal ein kleines bisschen. Viel Freizeit führt eben meistens auch zu Langeweile. 

Für die letzten paar Wochen war ich immer 60% froh nach Hause zu gehen und 40% nicht. Jetzt freue ich mich aber 70% auf zu Hause und 30% nicht so. 
Ich kann es kaum erwarten zurückzufliegen, meine Familie und Freunde wieder zu sehen, und ihnen von meine Erlebnissen berichten. Gleichzeitig bin ich aber auch ein bisschen "anxious" was sich alles verändert hat in dem Jahr und ob sie denken, dass ich mich verändert habe.

Bis dann,
Michelle

Samstag, 3. Juni 2017

Pittsburgh

Hello,

Nachdem wir von der Graduation wieder zu Hause waren, haben wir schnell unsere Kleider gewechselt, etwas gegessen, und die Autos gepackt. Dann sind wir auch schon losgefahren. Sieben Stunden und drei Staaten später kamen wir in Pittsburgh, Pennsylvania an.
Was heisst wir? An meinem letzten Schultag kamen die Mutter und zwei Schwestern von meiner Gastmutter aus Utah zu Besuch. Sie bleiben eine Woche, was bedeutet, dass sie auch mit nach Pittsburgh gefahren sind. Neben ihnen waren natürlich auch mein Gastvater, meine Gastmutter, meine Gastschwester, und zwei meiner Gastbrüder dabei.
Als wir uns im Hotel eingerichtet hatten, sind wir am selben Abend um 21.00 Uhr noch in die Stadt gefahren um mit einer Standseilbahn den Mt. Washington hochzufahren. Man kann dieses Bähnchen mit dem Funiculaire in Freiburg vergleichen. Von oben hatte man einen schönen Ausblick auf das beleuchtete Stadtzentrum.







Am nächsten Tag war das Familientreffen in einem Park. Das war der Grund, weswegen wir nach Pittsburgh gegangen sind. Ein Cousin meines Gastvaters, der in der Navy ist, wird diesen Sommer mir seiner Familie für drei oder vier Jahre nach Spanien ziehen. Dieses Treffen war die letzte Gelegenheit ihn noch einmal zu sehen. Zu diesem Picknick kamen auch Kate, Pinja, und die Grosseltern. Sie fuhren jedoch erst am Samstagabend los, da Kate und Pinja's Graduation am Samstagnachmittag war.
Wir waren wirklich von morgens bis abends dort, haben grilliert, Cornhole und Frisbee gespielt, geredet, gelernt wie man einen Football richtig wirft, viel gegessen, und Familienfotos gemacht. Es war ein richtig schöner Tag.









Am Montag war Memorial Day. Das ist der Gedenktag für alle die im Krieg gestorben sind. Am Morgen gingen wir zum Friedhof um ein paar Gräber zu besuchen. Später fuhren in die Stadt und liefen dann ein bisschen im Strip District herum. Mittag assen wir in einem Restaurant, das nur Sandwiches serviert. Es sind aber spezielle Sandwiches, weil in jedem Kohlsalat und Pommes sind. Es war nicht schlecht, aber ich würde das nicht jede Woche essen wollen.











Am Nachmittag sahen wir uns ein U-Boot vom 2. Weltkrieg an, glaube ich. Am Abend schauten wir ein Hockey Game im Fernsehen. Die Pittsburgh Penguins spielten und eigentlich war der Plan, das Spiel in der Stadt an einer grossen Leinwand mitzuverfolgen, aber wir haben uns schlussendlich doch dagegen entschieden.









Am nächsten Morgen machten wir uns um 6.00 Uhr auf den Rückweg und waren um ca. 13.30 Uhr wieder zu Hause.

Bis dann,
Michelle