Montag, 15. Mai 2017

Camping & Muttertag

Hello,

Ich melde mich auch wieder einmal. Dieses Wochenende war ein Teil meiner Gastfamilie, Pinja, Kate, und eine andere befreundete Familie Campen. Wir fuhren zu einem State Park, der etwas mehr als eine Stunde von unserem Haus entfernt liegt. Es gibt Abteilungen wo man Zelten kann und viele Wanderwege.



Dort angekommen sind wir erstmal auf eine "Wanderung" gegangen, weil man vor 14.00 Uhr keine Zelte aufstellen konnten. Nach der ersten Wanderroute haben wir unsere Zelte aufgebaut, Karten gespielt, und ein paar Snacks gegessen. Später liefen wir noch zwei weitere Wanderwege ab. Die Routen sind nicht wirklich lang und man läuft die meiste Zeit durch das Flussbett. Praktisch alles ist im Schatten/Wald, was bei dem warmen Wetter super war.










Zurück bei unserem Camp haben wir Chili gekocht, was sehr lecker schmeckte. Ausserdem haben wir versucht Stockbrote zu machen, aber wir hatten ein paar Probleme mit dem Teig, und so hat es nicht wirklich geklappt. Zum Dessert haben wir Pfirsich Cobbler (sowas wie Streusel-Kuchen) gemacht. Was bei einem Lagerfeuer natürlich auch nicht fehlen darf sind s'mores. Es ist ziemlich faszinierend was man alles über einem Feuer zubereiten kann.




Die Nacht im Zelt war ziemlich kalt und laut, da man die ganze Zeit Hundegebell hören konnte. Am nächsten Morgen bin ich um ca. 7.00 Uhr aufgewacht. Ich habe festgestellt, dass ich das Übernachten in einem Zelt nicht mehr so toll finde.



Zum Frühstück hatten wir Eier, Speck, und Brot. Danach haben wir begonnen die Zelte abzubauen und sind noch auf eine letzte Wanderung gegangen.




Auf dem nach Hause weg mussten wir einige Sachen für das Abendessen besorgen, denn es war Muttertag und wir veranstalteten ein Essen bei uns zu Hause. Es gab Rippchen, Kartoffelgratin, baked beans (Bohnen), Salat, Wassermelone, und zum Dessert Erdbeerkuchen. Die Eltern meines Gastvaters, die Oma, und die Familie seines Bruders kamen vorbei. Es war nicht ein grosses Fest, aber ein nettes Beisammensein. Ich würde schon meinen, dass Muttertag hier etwas grösser gefeiert wird als in der Schweiz.







Bis bald,
Michelle

Samstag, 29. April 2017

Prom

Hey zusammen,

Prom ist der Abschlussball am Ende der High School Zeit und extrem wichtig in den USA. An den meisten Schulen sind nur Juniors und Seniors zugelassen. 
Für Prom muss alles perfekt sein: Kleid, Schuhe, Haare, Makeup, Date... Ein Komitee fängt bereits am Anfang des Schuljahres mit der Planung des Events an. Dazu gehört Location, Musik, Deko, Einladungen, etc.
Es ist nicht ungewöhnlich dass Mädchen Wochen vorher ins Sonnenstudio gehen um die perfekte Bräune zu bekommen und das Kleid schon Monate davor aussuchen. Aber das wohl grösste Problem ist das perfekte Date zu finden oder den perfekten Promposal zu bekommen. Promposal setzt sich aus den beiden Wörtern „prom“ und „proposal“ (Antrag) zusammen. Es geht darum eine Person offiziell, meistens mit Plakat, zu fragen ob diese mit dir zum Prom gehen möchte.
Ich hatte mein Kleid einen Monat vor Prom. Als wir für den St. Patrick’s in Chicago waren, haben wir auf der Rückfahrt beschlossen für mich nach einem Kleid zu suchen. Kate und Pinja hatten ihr Kleid bereits. So konnten sie mir beim Anprobieren helfen. Ungefähr 2 Stunden und 20 Kleider später konnte ich mich schliesslich für eines entscheiden.
Das grösste Problem stand noch bevor. Mit wem gehe ich überhaupt zu Prom? Man kann zwar alleine oder mit einer Freundesgruppe dahin gehen, aber traditionell hat man eigentlich ein Date.
Nach und nach sah man Bilder von den Promposals auf Facebook & Co., und ich wurde langsam nervös. Spring Break kam und wir waren in Florida. Eine Woche nicht in der Schule, bedeutete eine Woche weniger Zeit um nach einem Prom Date Ausschau zu halten. Diese Woche hätte mir aber nichts gebracht, denn ich hatte genau eine Option. Ich wusste, dass er mich wahrscheinlich nicht fragen würde, deshalb habe ich die Initiative ergriffen und einfach gefragt. Übrigens kenne ich ihn, weil wir zusammen Mathe haben und er auch in Track ist.
Das Ganze war eine ziemliche Aufregung weil er nicht direkt ja gesagt hat. Die Geschichte ist lang und ziemlich unnötig um hier zu erwähnen. Das Wichtigste ist, dass er am Ende ja gesagt hat und mit mir zum Prom gegangen ist.
Schuhe hatte ich schnell gefunden. Ich habe mich für flache entschieden, da ich hohe Schuhe sowieso nach kurzer Zeit ausziehen würde. Dazu kommt noch, dass mein Date nicht wirklich gross ist.
Die Haare stellten sich als eines der grössten Probleme heraus. An einem Samstag habe ich mir vorgenommen zu üben. Ich hatte eine Frisur im Kopf, die mir ganz gut gefallen hätte. Da ich aber nicht besonders begabt bin im Frisuren machen, und es nach 5 Stunden (kein Mist) immer noch nicht hingehauen hat, habe ich einen Kompromiss gefunden.
Eine Woche vor Prom war alles geplant und ich wusste was ich am Tag selber alles erledigen muss.
Irgendwann war es dann soweit. Am Samstagmorgen habe ich ausgeschlafen, gefrühstückt, mein Zimmer aufgeräumt, geputzt, und Wäsche gefaltet... Um 16.00 Uhr musste ich fertig sein. Irgendwann nach dem Mittag habe ich mit den Haaren angefangen und netterweise Hilfe von meiner Gastmutter bekommen, die tausendmal begabter im Frisuren machen ist als ich. Dann kam das Makeup. Obwohl ich es nur einmal vorher ausprobiert hatte kam es recht gut heraus. Ich habe es geschafft rechtzeitig fertig zu werden.
Mein Date wartete draussen am Gartenzaun mit einem Plakat. Er wollte irgendwie doch der Tradition folgen und mich offiziell zu Prom fragen.




Wir sind mit meinem Gastbruder und seiner Freundin zu einem Park gegangen um Fotos zu machen. Danach fuhren wir gemeinsam zu IHOP für dinner. Der Tanz fing um 20.00 Uhr an und dauerte bis 23.00 Uhr. Wir sind dort auf andere Freunde getroffen und hatten ziemlich viel Spass. Irgendwann im Verlaufe des Abends wurden Prom King, Queen, Prince, und Princess gekrönt. Mein Date war ein Teil des Courts, was bedeutet er hätte zum Prinz gewählt werden können. Im Endeffekt hat aber jemand anderes gewonnen.  



Mein Gastbruder, seine Freundin, und wir sind ein bisschen früher gegangen und haben bei meinem Date zu Hause Monopoly gespielt. Wir verbrachten noch einen schönen Abend und hatten es sehr lustig. Normalerweise kommunizieren mein Gastbruder und ich ja überhaupt nicht miteinander, aber wir sind richtig gut ausgekommen. Um 3.00 Uhr war ich schliesslich im Bett. Ich würde sagen Prom war erfolgreich und definitiv eine Erfahrung wert.
















Bis dann,
Michelle

Freitag, 21. April 2017

Easter

Hallöchen,

Ich hoffe ihr hattet schöne Ostern. Ich jedenfalls hatte eine gute Zeit. In der Woche bevor Ostern haben wir die Eier gefärbt. Meine Gastfamilie hat Ostern am Samstag gefeiert. Am Morgen hatten wir einen Easter Egg Hunt (Ostereiersuche) im Haus. Wir sammelten echte, hartgekochte Eier und mit Süssigkeiten gefüllte Plastikeier. Zum Frühstück ass ich dann erstmal ein Ei. Da es hier aber kein Aromat gibt musste ich improvisieren und habe mein Ei mit Salz und Pfeffer gewürzt. Ausserdem habe ich meiner Gastfamilie das „Eiertütschen“ beigebracht. Sie wussten nicht was das ist. Später fuhren wir zu den Grosseltern, Pinja & Kate. Als Erstes gab es auch dort einen Easter Egg Hunt. Dieses Mal fand dieser draussen statt. Insgesamt waren etwas über 100 Plastikeier versteckt. Von den Grosseltern bekamen wir auch noch ein Osternest. Danach assen wir. Es gab wieder einmal ein grosses Buffet mit allerlei guten Sachen. Nach dem Essen haben wir Spiele gespielt und uns nett unterhalten. Das Wetter war super schön und es war richtig warm draussen. Wir kamen erst spät nach Hause.



Vorher
Nachher





Am nächsten Morgen bin ich extra früh aufgestanden um mit meiner Familie zu Skypen. Es war schön sie wieder einmal zu sehen. Meine Grosseltern zum Beispiel hatte ich noch gar nie gesehen seit ich hier bin.
Danach bin ich mit meiner Gastfamilie in die Kirche gegangen. Meine Grosseltern haben, wie an Weihnachten, wieder im Chor gesungen. Das ist auch der Grund weshalb wir Ostern am Samstag statt am Sonntag gefeiert haben. Normalerweise feiern Amerikaner Ostern auch am Sonntag, aber für sie wäre es einfach zu stressig wenn sie nach der Messe noch das ganze Essen vorbereiten und die Eier verstecken müssten.



Von meiner Familie zu Hause habe ich übrigens noch ein Paket mit einem Osterhasen und anderen Sachen bekommen. Ich habe hier über Ostern echt nirgendwo Schoko-Osterhasen gesehen. Ich glaube zwar schon, dass es welche gibt, aber sie sind wohl nicht so bekannt wie in der Schweiz, wo sie in den Einkaufsläden schon Wochen vor Ostern aufgestellt werden. Auch gibt es nicht eine grosse Vielfalt an Schoko-Eiern. Zudem gibt es überhaupt keine Zuckereier, oder Gel-Hasen. Stattdessen sind hier Jelly Beans, Peeps (mit Zucker überzogene Marshmallow Küken), und mini Versionen von Reese’s, Twix, Snickers, etc. beliebte Oster-Süssigkeiten.


Peeps
Amerikanische Ostern unterscheidet sich ziemlich von meiner Schweizer Ostern. Es war aber spannend eine neue Tradition kennenzulernen.

Bis bald,
Michelle

Freitag, 14. April 2017

First Track Meet

Hey meine Lieben,

Unser erstes Track Meet sollte eigentlich am 6. April stattfinden, jedoch musste es wegen schlechtem Wetter abgesagt werden. Das ist halt das etwas blöde Ding an Leichtathletik: Es ist wetterabhängiger Sport.
Demnach hatten wir unser erstes Meet diesen Dienstag und es war sogar home (zu Hause), was ich ziemlich gut fand. Dann kennt man immerhin schon den Track und fühlt sich ein bisschen wohler, habe ich das Gefühl. Ich war dennoch sehr aufgeregt. Wir sind gegen vier Schulen angetreten, also es war eher ein grosses Meet. Insgesamt hatte ich vier Events. Das ist das Meiste was man haben kann. Mein Erstes war 4by8, auch "2 mile relay" genannt. Ein Team von vier Personen teilt sich 2 Meilen (3,2 km) untereinander auf. Das bedeutet jeder muss 800m (2 Runden) laufen und dann dem nächsten runner (Renner?) den Stab übergeben. Ich war der erste Renner und bin echt viel zu schnell gestartet, was ziemlich ungeschickt war. Zwar habe ich meinen PR (persönlichen Rekord) für 800m aufgestellt, aber danach fühlte ich mich wirklich gar nicht gut. Ich konnte meine Beine kaum mehr spüren, mein Hals tat weh, und mir war schlecht. Ich war erledigt für so ziemlich den Rest des Meets. Als nächstes musste ich eine Meile (1,6 km) rennen. Meine Zeit war nicht gerade der Hammer, aber ich war immerhin das beste Mädchen von unserer Schule. Danach kam der 800m Lauf, welcher ziemlich schlecht ausfiel. Zum Ende war ich noch bei einem 4by4, oder "1 mile relay" dabei. Diesmal haben sich vier Personen eine Meile aufgeteilt. Ich musste also nur 400m rennen. Das ist definitiv nicht eine meiner Stärken. 400m gehört glaube ich auch gar nicht zu den Langdistanz Disziplinen.
Das Meet hat ungefähr vier Stunden gedauert. Danach war ich sehr müde und ging sofort schlafen.



Am nächsten Tag war ich immer noch kaputt und hatte Muskelkater. Trotzdem mussten wir natürlich trainieren, weil am nächsten Tag schon unser nächstes Meet stattfand.
Am Donnerstag hatten wir also unser zweites Meet, welches erneut home war, aber nur gegen eine Schule. Ausserdem hatte ich nicht mehr die gleichen Events. Ich musste nur an zwei Rennen teilnehmen. Das 4by8 hatte ich immer noch. Dieses Mal ging es mir gut nachdem ich gerannt war. Ich habe meinen PR offensichtlich nicht geschlagen, aber es war meine zweitbeste Zeit. Mein zweites Event war der "2 mile run". Eigentlich will dieses Rennen keiner machen. Es ist die längste Distanz, die man an einem Meet rennen kann. Unser Coach bestimmt jeweils welche Events wir rennen und dieses Mal hat er mich für meine Teamkollegin eingesetzt, die beim letzten Meet die 2 Meilen gelaufen ist. Ich war also das einzige Mädchen unserer Schule, das dieses Rennen gemacht hat. Ich habe mein Ziel (15 min) um 6 Sekunden verfehlt, was etwas Schade war, aber das bedeutet ich kann nur noch besser werden. Im Track geht es eh vor allem vielmehr darum deine eigene Zeit zu schlagen, als deine Konkurrenten. Das finde ich ziemlich toll. Du machst es für dich und nicht für andere.
Nach diesem Meet haben wir ein cookout (Grillparty) veranstaltet und ein Bonfire gemacht, wobei s'mores definitiv nicht fehlen dürfen. Es war wirklich sehr lustig. Ich muss sagen, im Track Team sind einige coole Leute dabei. Ich habe auf jeden Fall ein paar neue Freunde gefunden. Es hat sich also gelohnt da mitzumachen.






Heute ist Karfreitag, was bedeutet dass wir keine Schule haben. Das ist aber auch alles an Freitagen, die wir für Ostern bekommen.
Ich wünsche euch allen fröhliche Ostern und schönes Frühlingswetter, so wie wir es hier momentan haben.

Bis dann,
Michelle

PS: Ich hatte echt einige Probleme all diese Begriffe, die mit Track zu tun haben irgendwie auf Deutsch zu übersetzten... Ich hoffe ihr versteht einigermassen, was ich euch erzählen wollte. Auch im Allgemeinen tauchen manchmal ein paar Probleme auf beim Schreiben. Oft fallen mir englische Wörter oder Sätze ein, die auf Deutsch dann aber gar nicht wirklich mehr viel Sinn ergeben. Es kann echt mühsam sein. Von deutscher Zeichensetzung und Satzstellung fangen wir besser gar nicht erst an zu reden.